| Nebenwirkung Sucht - wenn Medikamente krank machen |
Der blv. nahm sich bei seiner alljährlicher Herbsttagung dieses Thema an. Der Arzneimittelexperte Dr. Gerd Glaeske von der BARMER in Wuppertal referierte vor rund 100 Fachleuten der Suchtkrankenhilfe über Medikamentenabhängigkeit und Handlungsstrategien in vorbeugenden und im therapeutischen Bereich. Aufgabe der Prävention sollte sein, in der Öffentlichkeit mehr Bewußtsein zu schaffen. Glaeske spricht von Prägung einer Gegenöffentlichkeit", das heißt, eine aufklärende Kampagne der Pharmawerbung bewußt entgegenzusetzen. Es gilt auch klarzumachen, daß die Einnahme von stimmungshebenden und - beruhigenden Mitteln nicht immer nur eine Verbesserung bewirkt. Bei langfristiger Einnahme treten Nebenwirkungen" auf - Sucht ist eine davon. Schon vom Kindesalter an sollten Alternativen zur Einnahme von Arzneimitteln aufgezeigt werden. In vielen Fällen können altbewährte Hausmittel helfen wie z.B. ein lauwarmes Bad für eine Entspannung, Johanniskraut-Tee bei Depressionen oder ein abendlicher Spaziergang bei Einschlafstörungen. Zum letztgenannten Punkt überlegt die Barmer Ersatzkasse, gemeinsam mit dem Badischen Landesverband gegen die Suchtgefahren eine Broschüre mit Alternativvorschlägen zu entwickeln. Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter sollten sensibler für die Problematik von abhängigmachenden Medikamenten werden. Nur so ließen sich versteckte Abhängigkeiten aufdecken. Bei der Aufklärung von Unfällen könnte die Polizei ebenfalls vermehrt nachfragen. Immerhin seien bei rund 15 % der Verkehrsunfälle Benzodiazepine (Schlaf- und Beruhigungsmittel) mit im Spiel. Lo |
| Kontakt: | Marion Laging-Glaser, PSB Waldshut, Kaiserstr. 17, 79761 Waldshut-Tiengen, Tel. 07751/910150 |